(Boston, MA) John Abdallah Wambere, ein bekannter schwuler Aktivist aus Uganda, der in den Dokumentarfilmen „Call Me Kuchu“ und „Missionaries of Hate“ zu sehen war, hat heute in den Vereinigten Staaten Asyl beantragt.

Wambere ist seit vierzehn Jahren als Aktivist tätig und Mitbegründer der Spectrum Uganda Initiatives. Mit seiner Initiative setzt er sich für die Sicherheit der LGBTI-Community ein, lindert Stigmatisierung, unterstützt verhaftete LGBTI-Ugander und klärt über HIV auf. Ugandas LGBTI-Community ist in den letzten Jahren zunehmenden öffentlichen, politischen und physischen Angriffen ausgesetzt gewesen. Diese gipfelten in der Verabschiedung des Anti-Homosexualitätsgesetzes und seiner Unterzeichnung durch Präsident Yoweri Museveni am 24. Februar 2014.

„Das war eine sehr, sehr schwierige Entscheidung für mich“, sagte Wambere. „Ich habe mein Leben der Arbeit für LGBTI-Menschen in Uganda gewidmet, und es schmerzt mich sehr, nicht bei meiner Gemeinschaft, meinen Verbündeten und Freunden sein zu können, während sie zunehmenden Angriffen ausgesetzt sind. Aber tief in meinem Herzen weiß ich, dass es meine einzige Option ist und dass ich meiner Gemeinschaft im Gefängnis nichts nützen würde.“

Das Anti-Homosexualitätsgesetz sieht härtere Strafen für gleichgeschlechtliche Beziehungen vor, darunter lebenslange Haft. Es sieht außerdem neue Strafen für alle Aktivitäten vor, die als „Beihilfe zur Homosexualität“ oder „Förderung von Homosexualität“ gelten. Das Gesetz ist weitreichend und kriminalisiert sogar Aktivismus und öffentliche Gesundheitsaufklärung im Zusammenhang mit LGBTI-Personen, einschließlich HIV-Infizierten.

„Für John ist eine Rückkehr nach Uganda schlichtweg zu gefährlich“, sagte Janson Wu, leitender Anwalt der Gay & Lesbian Advocates & Defenders (GLAD), die Wambere vertritt. „Schon vor der Unterzeichnung des Gesetzes wurde John von Zeitungen als schwul geoutet, von Fremden belästigt, erhielt Morddrohungen in anonymen Anrufen, wurde aus seiner Wohnung vertrieben und verprügelt. Sollte er zurückkehren, droht ihm nun auch noch eine lebenslange Haftstrafe.“

Nach der Unterzeichnung des Gesetzes versammelten sich 30.000 Ugander in einem Stadion zu einer Kundgebung, um dem Präsidenten für die Unterzeichnung des Gesetzes zu danken. Sie hörten Rednern zu, die LGBTI-Personen als „Kriminelle“, „Tiere“ und „Teufel“ bezeichneten. Seit der Unterzeichnung des Gesetzes wurden LGBTI-Personen in Uganda verhaftet, einige sind in den Untergrund gegangen, andere sind aus dem Land geflohen. Eine HIV-Organisation wurde von der Polizei infiltriert und geschlossen.

Die homophobe Stimmung in Uganda wurde von amerikanischen Evangelikalen wie Scott Lively geschürt. Er reiste in das Land, um für das Gesetz zu predigen und zu werben, das damals als „Kill the Gays“-Gesetz bezeichnet wurde, weil es die Todesstrafe vorsah, die dann abgeschafft wurde.

„Die Vereinigten Staaten können zwei sehr wichtige Dinge tun“, sagte Allison Wright, Rechtsanwältin von GLAD. „Wir können einen sicheren Hafen bieten, in dem mutige LGBT-Menschen in Uganda weiterhin ihre Stimme erheben und sich für Veränderungen einsetzen können. Und wir können uns dafür einsetzen, den Export von Vorurteilen zu stoppen, indem wir die Bemühungen der Amerikaner verurteilen, Homophobie in anderen Ländern zu verbreiten.“

John Abdallah Wamberes gekürzte und redigierte eidesstattliche Erklärung für Asyl können auf der GLAD-Website nachgelesen werden unter www.gladlaw.org/wambere.

Neben GLAD wird John Wambere von Hema Sarang-Sieminski von der Anwaltskanzlei Hema Sarang-Sieminksi vertreten.